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Katholische Kliniken weisen Vergewaltigungsopfer ab

Linksjugend ['solid]

Dass die katholische Kirche kein Freund von Abtreibung und Verhütung ist, ist allgemein bekannt und lässt sich mit viel Zähneknirschen vor dem Hintergrund konservativer Moraltheologie begreifen. Vollkommen unverständlich ist jedoch, dass Kliniken in katholischer Trägerschaft im Erzbistum Köln Vergewaltigungsopfern die Hilfe verweigern.

Im vergangenen Dezember ist eine junge Frau in Köln mit K.O.-Tropfen betäubt worden und erst am darauffolgenden Tag auf einer Parkbank zu sich gekommen. Da eine Notärztin, die die Erstbehandlung durchgeführt hat, eine Vergewaltigung nicht ausschließen konnte, hatte sie zwei Kölner Kliniken, die unter Leitung der Stiftung der Cellitinnen zur hl. Maria stehen, gebeten, eine gynäkologische Untersuchung zur Beweissicherung durchzuführen. Diese Bitte wurde abgewiesen mit der Begründung, dass mit einer gynäkologischen Untersuchung zur Beweissicherung immer ein Beratungsgespräch über eine Schwangerschaft und einen möglichen Schwangerschaftsabbruch und das ggf. notwendige Verschreiben der Pille danach verbunden sei. Dies sei jedoch nicht mit der katholischen Ethik vereinbar und daher seit zwei Monaten untersagt. Ärzte, die sich dieser Regelung widersetzten, müssten mit fristloser Kündigung rechnen.

Auch katholische Einrichtungen der Sozialen Arbeit, wie zum Beispiel die Schwangerschaftsberatung der Caritas, unterliegen dieser Regelung und dürfen ihre Klientinnen nicht in Richtung Schwangerschaftsabbruch beraten.

Wir sind der Meinung, dass keine Moral gerechtfertigt ist, die es zulässt, dass Menschen in Kliniken oder Beratungsstellen die Hilfe verweigert wird. Stattdessen müssen das Opfer und die Hilfe im Mittelpunkt stehen und es darf sich nicht hinter fadenscheinigen Argumenten versteckt werden.

Quelle: Kölner Stadtanzeiger

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