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Linksfraktion Salzkotten

Anfrage digitales Lernen und Digitalpakt

Die Linksfraktion Salzkotten stellte für die nächste Ratssitzung eine Anfrage zu digitales Lernen und Digitalpakt.

Anfrage vom 17. Mai 2019:

Sehr geehrter Herr Berger,
sehr geehrter Herr Menke,

die örtliche Linksfraktion beantragt, die folgende Anfrage auf der Tagesordnung der nächsten Sitzung des Ausschusses für Schule, Familien und Soziales am 04.06.19 zu setzen.

1) Wie weit sind die Pläne gediehen, alle Schülerinnen und Schüler der Oberstufe der örtlichen Gesamtschule mit Laptops auszustatten und ihnen die Geräte sowie einen speziellen Internetzugang gegen eine Gebühr von monatlich 30 € bereitzustellen? Haben Schule, Eltern und Schülerinnen und Schüler noch die Möglichkeit, die Fördermittel aus dem im März 2019 beschlossenen sogenannten „Digitalpakt“ zu nutzen? Sind entsprechende Anträge auf dem Weg und welche Fördermöglichkeiten stehen für nachfolgende Jahrgänge und Schülergenerationen zur Verfügung? Sind die Fördermittel auch später noch zugänglich und gibt es entsprechende Planungen? Können Schülerinnen und Schüler, die selbst oder deren Eltern mit öffentlichen Transfergeldern unterstützt werden, Zuschüsse beziehen oder sind von individuellen Zuzahlungen befreit? Ist digitales Lernen unterhalb der Oberstufe weiterführender Schulen überhaupt sinnvoll und in welchem Maße?

2) Gibt es ein pädagogisches Konzept für “digitales Lernen“ an der Gesamtschule Salzkotten, denn die Vor- und Nachteile dieser Technik sind höchst umstritten und es genügt ohne Zweifel nicht, allein für schnellen Datenfluss via Glasfaseranschluss und technische Gerätschaften wie z. B. Laptops zu sorgen, so wichtig diese technischen Voraussetzungen auch sind. Es ist anerkennenswert, dass diese Voraussetzungen in Salzkotten auf den Weg gebracht wurden. Völlig zu Recht aber fordert die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft „Primat der Pädagogik gilt“. (Presseinformation vom 16. 2019). Allzu leicht nämlich wird das “digitale Lernen“ verkürzt zu einem lukrativen Geschäftsmodell für IT-Dienstleister – auch örtlichen – und Weltkonzerne wie Apple, Microsoft oder Google.

3) Wann und wie können Schulträger und Schule ihr Medienkonzept, dass sie sicherlich kooperativ entwickelt haben oder haben werden zusammen mit – älteren – Schülerinnen und Schülern, Eltern, und anderen Experten, im Rat und Fachausschuss vor- und zur Diskussion stellen? Gibt es interkommunale Kontakte und Kommunikation zu bzw. „Anleihen“ an das schulische Medienkonzept in Paderborn?

In dem Medienkonzept sollten folgende Kriterien u.a. eine Rolle spielen (exemplarisch/auszugsweise):
– Administrator(en) und weitere qualifizierte Hilfskräfte zur IT-fachlichen Beratung und Hilfestellung
– ausreichend qualifizierte und fortgebildete Lehrkräfte und gesonderte Stundenermäßigungen
– Stand und Breite der technischen Ausstattung; Rolle und Bedeutung Schüler-eigener Geräte
– Förderung und Kostenübernahme der individuellen und schulischen Ausstattung (z.B. über Jobcenter)
– Ablösung der Google-, Microsoft und Apple-Basis durch „Open source“ und evtl. (schul-)eigene „Server“

Begründung:

Nachdem sich Bund und Länder im Vermittlungsausschuss geeinigt haben, werden nun in absehbarer Zeit bei den Kommunen die Mittel aus dem Digitalpakt ankommen.

Nutzen und Nachteile des „digitalen Lernens“ sind höchst umstritten, vergleiche z. B. die äußerst kritische Position von Frau PD Teuchert-Noodt, Neurobiologin, ehem. Universität Bielefeld. Leitung des Bereichs Neuroanatomie an der Fakultät für Biologie von 1979 – 2006: “ Die digitale Revolution verbaut unseren Kindern die Zukunft“. (Zitiert nach Philos-Blog. Digitalisierung. Menschengerecht, vom 27.8.2018.

Die Auseinandersetzung mit der „digitalen Welt“ ist notwendig und unvermeidlich; sie wird der heutigen Generation quasi “in die Wiege gelegt“. Wie aber ist sie zu beherrschen, statt dass sie über junge und alte Menschen herrscht? Eine – auch – pädagogische Frage von herausragender Bedeutung, die auch vom Schulträger, den (kommunal-) politischen Instanzen und der Allgemeinheit mitgestaltet werden sollte.

Mit freundlichen Grüßen
Paul Weitkamp
Fraktionsvorsitzender