9. April 2010 DIE LINKE. Paderborn, Holger Priebe

Abrüstung ja, aber nicht im Kampfdörfer-Streit

FDP-OWL fordert ein Abrüsten im verbalen Schlagabtausch um die Kampfdörfer in der Senne. Nicht mit uns!

FDP-OWL fordert ein Abrüsten im verbalen Schlagabtausch um die Kampfdörfer in der Senne. Nicht mit uns! 

FDP-OWL:

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Der geplante Bau von Übungseinrichtungen der Britischen Streitkräfte auf dem Truppenübungsplatz Senne hat jüngst eine Eskalationsstufe erreicht, die niemandem nützt aber viel Schaden anrichten kann. „Es ist deshalb Zeit für verbale Abrüstung und einen fairen Umgang aller Beteiligten miteinander“, meint Gudrun Kopp, MdB.

Es ist nicht deutlich ersichtlich, wen genau Gudrun Kopp mit "Alle" meint. Alle Bürger der Bundesrepublik, alle OWLer, alle Menschen in Afghanistan...
Auf den ersten Blick wirkt die Forderung, der vermeintlichen Eskalation durch Rat zur Schweigsamkeit zu begegnen wie eine Kapitulationserklärung, aber so ist sie sicherlich nicht gemeint, dürfte es auch der FDP daran liegen, den Truppenübungsplatz Senne nicht mit Kriegshandlungen oder friedenserzwingenden Maßnahmen in Verbindung zu bringen. Das Interesse ist wohl eher auf regionale Wirtschaft gerichtet.

„Die Briten in der Region OWL sind nicht nur ein bedeutender Wirtschaftsfaktor; es gilt vor allem, sich auf die Jahrzehnte lange, sehr bewährte deutsch-britische Freundschaft zu besinnen.“ [Kopp]

Geht es um Freundschaft? Oder um einen bedeutsamen Wirtschaftsfaktor? Und gibt es nicht durchaus wirtschaftlich interessante Alternativen? In Zeiten zunehmenden Binnentourismus mit einem bedeutsamen Kurort, dessen Gäste spät abends von Granatexplosionen aufgescheucht und an Fallschirmen herabsinkenden Magnesiumfackeln geblendet werden? Sofern sie Bad Lippspringe überhaupt besuchen?

DIE LINKE in Paderborn sagt "Nein" zum umgangssprachlichen Krieg in Afghanistan! Wir sagen "Nein" zu einem Ausbau des Truppenübungsplatzes.

DIE LINKE in Paderborn stellt sich weder gegen die britischen noch gegen die deutschen Soldaten in Afghanistan, sondern gegen die politischen Entscheidungen, die diese Soldaten dort hin gebracht haben.

Gerade deshalb, weil wir den Krieg dort als nicht sinnvoll erachten, gilt unser Mitgefühl den Angehörigen der am Karfreitag gefallenen Soldaten.