6. Dezember 2017 Linksfraktion Salzkotten

„Dreckburg gehört in kommunale Hand“ - Linksfraktion sieht vielfältige Nutzungsmöglichkeiten des „historischen Kleinods“

Burg Dreckburg (Bild: wikimedia.org)

In einem Ratsantrag fordert die Salzkottener Linksfraktion, die Dreckburg in städtischen Besitz zu bringen. Die Stadtverwaltung soll Verkaufsverhandlungen aufnehmen und ein Nutzungs- und Entwicklungskonzept erstellen. Ob sich wie durch ein Wunder dieser Antrag erledigt hat? Denn kaum war der Antrag bei der Stadtverwaltung eingegangen, war das Objekt und die Verkaufsoption im Internet verschwunden! Die örtliche Linksfraktion wird „am Ball bleiben“.

Schon seit geraumer Zeit stehe die geschichtsträchtige Dreckburg zum Verkauf, drohe jedoch ohne Nutzungskonzept zu verfallen. Es müsse im öffentlichen Interesse liegen, das Stadtbild prägende Gebäude allen Bürgerinnen und Bürgern zugänglich zu machen, zeigt sich die Linksfraktion von vielfältigen Nutzungsmöglichkeiten überzeugt. Nicht nur die historische Bedeutung mache den gesellschaftlichen Mehrwert aus, die Stadt benötige „deutlich mehr öffentliche Treffpunkte und kommunikative Versammlungsräume in kommunaler Hand“, betont Holger Drewer, sachkundiger Bürger im Ausschuss für Jugend, Kultur und Sport.

Es sei überfällig, dass „die Stadt ein öffentliches soziales Zentrum in günstiger Lage einrichtet und selbst verwaltet“, ergänzt Paul Weitkamp, Vorsitzender der Linksfraktion. Die Dreckburg sei ein historisches Kleinod und „steingewordenes Dokument der Stadtentwicklung“, das endlich in kommunale Hand gehöre. Die Nutzbarmachung des Gebäudes für die Öffentlichkeit sei als generationenübergreifendes Projekt zu verstehen.

Neben der Verwendung der Räumlichkeiten zu kulturellen Zwecken, zu denen nach Auffassung der Linksfraktion künftig auch kleinere Konzerte oder Lesungen durch die lokale Kunst- und Kulturszene zählen könnten, sei die Schaffung von günstigem Wohnraum zu sozial verträglichen Mieten sinnvoll. Alfons Ernst, sachkundiger Bürger im Bau- und Planungsausschuss, ist überzeugt, dass „nur geförderte Immobilien, die die Stadt baut oder saniert und selbst dauerhaft bewirtschaftet“ bezahlbares Wohnen auf Dauer sicherstellen könne. Eine Beruhigung des örtlichen Wohnungsmarktes sei dringend geboten, zumal „die Zahl der mietpreisgebundenen Wohnungen dramatisch sinkt“.

Derzeit böte der Kapitalmarkt für solch ein herausragendes und ambitioniertes Projekt wie die Sanierung und Verwaltung der Dreckburg durch die Kommune außerordentlich günstige Konditionen, betont die Salzkottener Linksfraktion. Ohne Zweifel ließen sich Fördermittel verschiedenster Art einwerben. Und auch das städtische Integrierte kommunale Entwicklungskonzept (IKEK) könne entsprechend ergänzt werden.