2. Mai 2010 Holger Priebe

Dringende Schulreformen: Was man vor den Wahlen lieber verschweigt

TAZ berichtet über Studie zur "Bildungskrise an der Ruhr" - Man kann es kürzer fassen, was in der "Vorstudie Bildungsbericht Ruhr" steht: Das Ruhrgebiet wird älter - und dümmer.


TAZ berichtet über Studie zur "Bildungskrise an der Ruhr" - Man kann es kürzer fassen, was in der "Vorstudie Bildungsbericht Ruhr" steht: Das Ruhrgebiet wird älter - und dümmer.


Das Papier liest sich wie ein Bericht Marke "The Day After", am Tag nach der Katastrophe. Die Autoren stellen fest, dass in der Region rund ein Viertel der Menschen in Armut lebt. "Dabei fallen die Armutsquoten umso höher aus, je jünger die Kinder sind." Zudem kann man manche Orte in der Gegend als aussterbende Areale bezeichnen. In Unna etwa wird die Zahl der 10- bis 16-Jährigen um satte 30 Prozent zurückgehen.

Man kann es kürzer fassen, was in der "Vorstudie Bildungsbericht Ruhr" steht: Das Ruhrgebiet wird älter - und dümmer. Die Frage ist: Was macht die Region mit diesen Erkenntnissen, die seit Dezember 2009 vorliegen? Die Antwort lautet: Sie veröffentlicht das Papier, das der taz exklusiv vorliegt, erst mal nicht. "Das ist ein spontaner Bericht", sagt Michael Schwarze-Rodrian, "er ist noch in Arbeit und nicht reif zu Veröffentlichung."

 

Bei diesem "sponaten Bericht" handelt es sich allerdings laut Die Tageszeitung um ein 121 Seiten starkes Druckwerk, das auf seriösen Zahlen beruht. Man habe wohl selbst nicht geglaubt, dass die Ergebnisse so eindeutig ausfallen würden, wie sie sich nun darstellen:


Beteiligte Forscher sagen, es handle sich um seriöses Papier mit Daten, die bekannt waren, die gleichwohl in der Zusammenstellung für eine Region "in dieser Deutlichkeit nicht erwartbar" gewesen seien. "Es handelt sich um schwerwiegende Probleme, die struktureller Art sind", sagte einer der Forscher der taz.

[...]

Die Annahmen der derzeit noch amtierenden schwarz-gelben Landesregierung jedenfalls stehen in krassem Gegensatz zu dem, was der Bericht aufzeigt. Während Ministerpräsident Jürgen Rüttgers (CDU) tapfer an der gegliederten Schule und auch an der Hauptschule festhalten will, machen die Autoren die Risiken dieser Strategie deutlich. Denn die Hauptschule sei die "Achillesferse" der allgemeinbildenden Schulangebote.


Der gesammte Artikel bei TAZ online:

http://www.taz.de/1/zukunft/bildung/artikel/1/bildungskrise-an-der-ruhr/