25. September 2016 Cuba Sí - RG Paderborn

Kubanischer Arzt Dr. med. Graciliano Díaz Bartolo in Paderborn

Dr. med. Graciliano Díaz Bartolo (l.) berichtet von seiner Arbeit in Guinea.

V.l.n.r.: Paul Weitkamp (Linkes Forum), Dr. med. Graciliano Díaz Bartolo, Gisela Rudnick, Klaus Piel (HCH Bochum) und Manuel Leyva (Cuba Sí).

Am 22. September luden Cuba Sí – RG Paderborn, die Humanitäre Cuba Hilfe e.V. und das Linke Forum Paderborn zur Veranstaltung „Kubas Sieg über Ebola“ mit Dr. med. Graciliano Díaz Bartolo ein. Díaz Bartolo berichtete von seiner Arbeit in der Brigade „Henry Reeve“ vor Ort in Afrika.

Graciliano Díaz Bartolo, Allgemeinmediziner aus Santiago de Cuba, beteiligte sich in leitender Funktion am Kampf gegen Ebola in Guinea. Dabei verwies er auf die sehr schwierige Ausgangssituation vor Ort hin. So stellten das sehr schwache Gesundheitssystem Guineas, die Sprachbarrieren aber auch die Haltung der „Ärzte ohne Grenzen“ die kubanischen Internationalisten vor Schwierigkeiten. Zunächst untersagten Vertreter von „Ärzte ohne Grenzen“ den Zutritt kubanischer Ärzte in die sog. Roten Zonen. Dies änderte sich erst nach einiger Zeit. Im Laufe weiterer Monate konnten die Kubaner in Zusammenarbeit mit weiteren internationalen Ärztekontigenten die Ebola-Epidemie eindämmen.

Díaz Bartolo: „Leider wurde unsere Arbeit auch in Afrika durch die Blockade der USA erschwert. So wurden eines Tages an die Helfer Moskitonetze zum Schutz verteilt. Dankend nahm wir diese Hilfe an. Doch am nächsten Tagen wurden diese Netze ausschließlich von den Kubanern zurückverlangt. Man begründete dies damit, da die Netze von USAID kommen und nicht für Kubaner bestimmt seien. Daher mussten wir unsere Moskitonetze selber kaufen.“

Dass der Einsatz für die Kräfte vor Ort kräftezehrend waren und sind, zeigte Graciliano Díaz Bartolo anhand folgenden Beispiels: „In der Schutzkleidung wurden Temperaturen von bis zu 50 °C erreicht. Aufgrund des Ansteckungspotenzials musste die Kleidung bis zur Dekontamination getragen werden.“

Des Weiteren informierte der kubanische Arzt über die Geschichte der Brigade „Henry Reeve“ sowie über Kubas Internationalismus. Die Brigade „Henry Reeve“ hat Millionen von Menschen in vielen Regionen der Welt  geholfen. Sie ist nach einem US-Amerikaner benannt, der im Unabhängigkeitskrieg gegen die Spanier fiel. Die Brigade wurde 2005 mit 1500 medizinischen Fachkräften für den Einsatz in Katastrophengebieten gegründet und im selben Jahr in Guatemala nach dem Hurrikan „Stan“ und in Pakistan nach dem Erdbeben eingesetzt. Einsätze in Chile, Indonesien, Haiti, Nepal, Sri Lanka und Venezuela folgten.

Kubas medizinischer Internationalismus ist nicht nur Katastrophenhilfe, sondern auch medizinische Grundversorgung. Eine Bilanz: Bis 2014 waren 325710 Gesundheitsexperten in 158 Ländern tätig. Sie haben dort insgesamt 10,8 Millionen Operationen durchgeführt, 2,3 Millionen Geburten unterstützt, 12,4 Millionen Impfungen durchgeführt und 5,5 Millionen Leben gerettet. Derzeit sind weltweit 50000 Spezialisten des Gesundheitswesens in 68 Ländern im Einsatz. In 32 afrikanischen Ländern arbeiten derzeit 4048 medizinische Fachkräfte, davon 2269 Ärzte. Sie bekämpfen Malaria und die Kindersterblichkeit. In Haiti helfen kubanische Ärzte seit 1998. Sie erreichen ca. 75% der etwa 9 Millionen Einwohner in allen Verwaltungsbezirken. Sie waren 2010 da und konnten den Erdbebenopfern sehr schnell helfen und die Cholera bekämpfen.

Am Ende der Veranstaltung bedankte sich Dr. med. Graciliano Díaz Bartolo für die Möglichkeit des Austausches mit den Anwesenden. Die Vortragsreise durch Deutschland ist die erste seiner Art seit Bestehen der Brigade „Henry Reeve“.

 

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Stichwort: Kuba-Rundreise 2016