29. Juli 2011 Holger Priebe

Leserbrief an die NW - 29.7.2011

(angeblich) Kein Plus durch Nationalpark

Herr Rüngener zitiert in seinem Leserbrief vom 29.7.2011 das Roland-Berger-Gutachten um den Eindruck zu erzeugen, dass ein Nationalpark keine positiven ökonomischen Effekte hätte. Das von ihm wiedergegebene Zitat aus dem Gutachten ist zwar richtig, aber nicht im Zusammenhang dargestellt. Entsprechend ist das Fazit, das auf den Nationalpark Eifel bezogen ist auch nicht aus den im Zitat zuvor gelieferten Informationen gezogen worden. Tatsächlich kommt das Roland-Berger-Gutachten, das für jeden im World Wide Web zugänglich ist, in der Zusammenfassung zu dem Schluss, dass die zusätzlichen Tourismuseinnahmen in Höhe von 2% durch einen NLP (Nationalpark) höher als die zu erwartenden Einbußen durch Flächenstilllegungen in der Forst- und Holzwirtschaft sind. Negative Effekte in der Holzwirtschaft werden ausschließlich für größere Unternehmen gesehen, keineswegs für Kleinverbraucher. Das Roland-Berger-Gutachten geht von einem positiven regionalökonomischen Effekt von durchschnittlich 3,58 Mio. Euro pro Jahr bezogen auf einen Zeitraum von 30 Jahren aus.

Das daraus gezogene Fazit lautet: „Der Nationalpark mit dem Thema ‚Mensch & Natur’ bietet eine reelle Chance, die Region sowohl im Tourismus als auch darüber hinaus in wirtschaftlicher Hinsicht weiter zu entwickeln […]. Aus ökonomischer Sicht wird daher empfohlen, die Idee des Nationalparks im Teuteburger Wald weiter zu verfolgen.“

Es ist ärgerlich zu sehen, wie Informationen aus dem Zusammenhang gerissen werden, um die Menschen in der Region zu verunsichern und gegen ein Szenario aufzubringen, dass ja keinesfalls aus rein wirtschaftlicher Sicht betrachtet werden sollte, sondern vor dem Hintergrund eines wirtschaftlich tragbaren Beitrags zum bundesdeutschen Arten-, Natur- und Landschaftsschutz.