7. Dezember 2008

Der Gastkommentar

Hans-Jürgen Vollmer: Hohe Nacht der kalten Herzen


Von Hans-Jürgen Vollmer

Hohe Nacht der kalten Herzen

Im 5. Jahr von Hartz-IV stehen sie, mit stumpfen Augen, die Kinder des von den Sozialdemokraten verunglimpften Prekariats vor den Schaufenstern und drücken sich die Nasen platt. Keine Geschenke zu Weihnachten nicht mal der Nikolaus macht halt bei Ihnen. Er hat es eilig die Geschenke für die verzogenen Sprösslinge der Bourgeois zu verteilen. In der Zwischenzeit stehen die Mütter der armen Kinder Schlange vor den Essenausgabestellen der Kirchen die für die verkommenen Politiker die Drecksarbeit erledigen. Von überall werden die Essenreste der Reichen zusammengekarrt, die von den vor Kälte klammen Hände dankbar entgegengenommen werden und mit Tränen in den Augen in die bereitgehaltenen Alditüten verstaut werden.

An den Nachbarständen stehen Kisten und Kartons mit abgelegter Kinderkleidung, Schuhe, Hosen, Jacken usw. Da im Regelsatz von Hartz-IV, den das Gesindel von der SPD und den Grünen beschlossen hat, kein Geld für Schuhe und Hosen vorgesehen ist, müssen die Mütter mit schweren Herzen ausgelatschte aber noch ganz gut erhaltene Schuhe und nach Mottenpulver riechende Hosen für ihre Jungs aussuchen.

Auf dem Schulhof am nächsten Tag machen sich Markenklamotten tragenden Kids über die Klamotten aus den Wühlkisten lustig, Sprüche wie Opfer und Spast sind noch die harmlosesten. 2,5 Millionen arme Kinder in diesem reichen Land. Wie verkommen müssen die Volksvertreter sein wenn sie nicht wahrhaben wollen was da heranwächst.

Wenn die oberen 10 000 heute nicht freiwillig teilt werden sie später bitter dafür bezahlen müssen. Auch sie werden verlieren was sie am Meisten lieben, die persönliche Freiheit. Sie werden zu ihren eigenen Schutz hinter Mauern mit Wachmannschaften leben müssen. Ob in der Toskana oder in der Provence sie werden keine Ruhe haben. Oder man wird sie grillen wie zur Zeit in alifornien.Keine Konsumschecks, keine fröhliche Weihnachten kein Frieden.

HJV