13. April 2010 Holger Priebe

betr.: Gegen Linke und die Gesamtschule

NW am Montag den 12. April 2010

Rotlackierter Faschismus

Die NW urteilt über das Zusammentreffen von Missfelder und Wulff am vergangenen Freitagabend: „Gemeinsamkeit von Jung und Alt. […] zwei prominente Redner […], die eben dieses demonstrative Seite-an-Seite-Stehen auch in ihrer Wortwahl beherrschen.“

Man mag dem zustimmen … oder es auch lassen und hoffen, dass die später im Artikel deutlich werdende Ironie auch hier schon anklingen sollte.

Ob es nun von dem von ihm geforderten „Mumm“ gegen die „Nachfolgepartei der SED“ zeugt, wenn Mißfelder „SPD-Ikone Kurt Schumacher“ mit den Worten „rotlackierte Faschisten“ zitiert, ist mehr als fraglich. Vermutlich wagt er es nicht, diese Worte direkt an DIE LINKE zu richten, da es ihm durchaus bewusst ist, dass Peter Tauber (CDU-Abgeordneter des Bundestages) erst kürzlich von der Bundestagsvizepräsidentin für diese Äußerung eine Rüge erhielt und nun mit einer Strafanzeige wegen Volksverhetzung zu rechnen hat. Auf seiner Homepage deklariert Tauber gegenwärtig die Partei DIE LINKE als Verfassungsfeinde, gibt aber aus dem einfachen Grund – dass solche nicht existieren – dafür keinerlei inhaltliche Begründungen.  

Der Artikel der NW bringt trotz seiner Größe von beinahe einer halben Zeitungsseite nicht viel Neues und ich unterstelle dem Autor einmal, dass das auch nicht seine Absicht war: Ein MdB, dessen fachliches Ressort an ganz anderem Ort zu finden ist gibt belanglose Äußerungen über „das Interesse der Schüler“ wieder, einer Landtagsabgeordneten, deren fachliche Herkunft eben dort auf dem Land ist wird übel, wenn sie sieht, dass Leute aus der Linken unsere Kinder unterrichten, ... ein paar weiter nicht erwähnenswerte Floskeln. Die eigentliche Frage, die sich nach Lesen des Artikels stellt ist:

Hat die CDU wirklich keine Inhalte für Wahlkampfveranstaltungen, zumindest keine solchen, die sie auch fachlich besetzen kann?  


Zu bemerken bleibt noch, dass Missfelder erwähnt:  

„Ich will mehr Menschen mit Kindern an der Hand als mit Hunden an der Leine sehen.“

Das wollen wir auch, das will sicherlich jede Partei, denn es würde unserem Land bestimmt gut tun. Aber dann muss auch etwas für junge Familien getan werden.

Darüber hinaus ist Hundehaltung gar nicht so verkehrt, ist doch die Hundesteuer eine der letzten steuerlichen Einnahmequellen, die den Gemeinden erhalten geblieben ist.